Donnerstag, 10. April 2014

Feierabendprojekt: (Schreib-)Tisch

Naja, an einem Feierabend kann der Tisch wohl gebaut werden, aber der Feierabend wird lang oder muss früh anfangen. Ich habe die Oberflächenbehandlung auf den Folgetag vertagt.

Hintergrund: Ich musste meinen bisherigen provisorischen Arbeitsplatz in unserem Gästezimmer räumen ... weil Gäste kommen. Den Tisch, der mir im Gästezimmer bis jetzt, als Schreibtisch gedient hat konnte/durfte ich nicht mitnehmen also brauchte ich einen neuen Tisch. Kaufen kommt nicht in Frage, zuviel Restholz lag noch in der Werkstatt herum. Eine 1200mm x 600mm große 24mm dicke Multiplexplatte sollte die Tischplatte werden. Von daher waren, neben der Standardhöhe für Büromöbel von 750mm, alle Maße gegeben. Ein etwas über 2m langes und 280mm breites Multiplexbrett von 15mm Dicke lag auch noch rum. Schnell überschlagen sollte das reichen für 4 winkelförmige Tischfüße sowie zwei seitliche Zargen von etwa 140mm Höhe. Zuerst habe ich zwei Stücke von 750mm - 24mm = 726mm vom MPX-Brett abgelängt.
Für eine maximale Materialausbeute habe ich dann jedes dieser Stücke auf der FKS der Länge nach mittig aufgeteilt und dann diese Stücke wiederum mit, auf 45° schräg gestelltem Sägeblatt, längs geteilt. Heraus kommen 8 Streifen MPX mit jeweils einer schrägen Kante.

Diese werden sofort mit der Klebebandmethode verleimt. Ich benutze bei solch leichten Teilen ganz einfaches Malerband. Das hält genug aus und lässt sich leicht abziehen.
Wegstellen und weiterarbeiten an den Zargen und der Tischplatte.
Ich brauchte noch eine vordere und hintere Zarge. Vorne sollte die Zarge nur angedeutet und nicht zu hoch werden, damit man auch mal bequem die Beine im Sitzen übereinanderschlagen kann. Es fand sich schnell ein anderes Reststück MPX, welches sowohl die vordere wie auch die hintere Zarge hergab. Von der Materialstärke total überdimensioniert, aber was soll's: Hauptsache weg!
Alle freien Kanten bekommen eine Abrundung, ... mit dem Fräser der gerade in der Oberfräse war.
Danach werden alle Teile geschliffen. Bei MPX reicht es einmal mit 120er und dann mit 180er Körnung zu schleifen. Alle Kanten werden mit dem Rotex mit Interfacepad und 180er Schleifpapier verschliffen. Schon geht es an den Zusammenbau. Dazu wird geschraubt was der Akku hergibt! Alle Schraubenlöcher werden vorgebohrt und gesenkt. Eine Zwinge hält die Teile am Platz.
Die Tischplatte wird mit ein paar Winkeln montiert. Damit die Schrauben die Tischplatte schön beiziehen unterlege ich beim Einschrauben der Winkel in die Zargen eine Scheibe (oder sonst was etwa 1-2mm Dickes). Die Winkel springen gegenüber der Zargenoberkante etwas zurück und die Tischplatte liegt später satt auf dem Tischgestell auf wenn sie verschraubt wird.
Am folgenden Abend geht es an die Oberflächenbehandlung. Auch hier betreibe ich Resteverwertung und benutze ein Hartwachs-Öl was noch rumstand.

Am Tag darauf geht das Tischgestell und die Tischplatte auf getrennten Wegen zu ihrem Bestimmungsort wo sie dann miteinander verschraubt werden. Hier sind noch zwei Bilder vom fertigen Tisch.




Dienstag, 8. April 2014

Schreinermeister für Quereinsteiger: Erstes Examen

Heute war das erste Examen im Themenbereich Fachrechnen. Vorbereitet habe ich mich nicht, in den Abendkursen war ich aber durchaus bei der Sache. Es sollte gereicht haben, aber das Resultat kommt erst in 6 Wochen. Für die 2 Teile, Fachrechnen und Kalkulation, hatten wir jeweils 2 Stunden Zeit. Insgesamt also 4 Stunden auf einem recht unbequemen Stuhl vor einem viel zu niedrigen Pult hocken und versuchen konzentriert zu bleiben. Ich bin es eher gewohnt nach Belieben Kaffeepausen einzulegen aber damit war auch nix! Nach dem Examen wurden natürlich Ergebnisse verglichen und wie könnte es als Geschäftsmann anders sein: Mein Möbel war das Teuerste ;-).

Jetzt ist aber erst einmal 6 Monate Pause und die werde ich genüsslich nutzen um wieder mehr Zeit in der Werkstatt zu verbringen. Der Ausstieg aus dem Geschäft hat auch schon begonnen. Dort verbringe ich seit 1ten April nur noch 4 Tage die Woche. Ein bis zwei Tage die Woche beansprucht meine neue IT-Dienstleistungs-Firma und somit komme ich jetzt wieder in etwas menschlichere Wochen-Arbeitszeiten.

Der Werkstattschrank bekommt noch eine Arbeitsplatte und dann kommt noch ein abschließender Beitrag über das abgeschlossene Werkstatt-Konzept.

In einem der nächsten Beiträge gibt es etwas ganz Neues und für mich recht Ungewöhnliches, nämlich ein schnelles Projekt! Ein Büro(-Tisch) der an einem Feierabend machbar ist und "brauchbar" ausschaut (meinte jedenfalls meine Frau, die es nicht recht glauben konnte, dass ich auch mal schnell arbeiten kann).

Bis gleich ...

Montag, 31. März 2014

Werkstattschrank: Teil 4

Das Ding will einfach nicht fertig werden, aber beflügelt von den Eindrücken der Holzhandwerk 2014 habe ich mich reingekniet und die Schubkästen im Akkord gefertigt. Dabei habe ich ganz kurzfristig den Plan geändert und entschieden die Böden einzufälzen. Dabei kam der gute alte Frästisch wieder zum Einsatz, diesmal mit einer improvisierten Andruckfeder aus einer langen keilförmigen Leiste.
Der kleine Falzfräser leistet gute Arbeit. Alle Fälze werden durchgefräst, auch an den Seitenteilen. Dadurch entsteht zwar vorne und hinten eine Lücke, die aber von der aufgedoppelten Schubladenfront später verdeckt wird. Hinten sieht's eh keiner.
 Zwingen "en masse", über den Tag verteilt verleimte und geschliffene Schubkästen ...
 ... können am Abend montiert werden und lassen den gewonnenen Stauraum erahnen.