Freitag, 17. Mai 2013

Von FIFO zu LIFO ...

... und dabei habe ich nicht den Eindruck Nichts zu machen, aber in der Werkstatt ist momentan Stillstand wegen Arbeiten ums Haus die anscheinend "wichtiger" sind. Ich diskutier nicht mehr sondern habe mir eine ganz neue Strategie ausgedacht, wie ich wenigstens die Auftragsliste die ich von meiner Liebsten bekomme, annähernd zufriedenstellend aufarbeiten kann.

Das Dilemma, der gefühlt, immer zu spät abgelieferten Arbeiten, habe ich durch einen radikalen Wechsel in der Verwaltung der Auftragsliste wenigstens teilweise gelöst. Meine neue Strategie heisst:

LIFO (Last-In-First-Out)

Bis vor Kurzem habe ich nach dem FIFO (First-In-First-Out) Prinzip gearbeitet, was den Nachteil hat, dass jeder neue "Auftrag" natürlich sofort in die Warteschleife ging: "Schatz, du weiss doch, dass ich vorher noch dies und das fertigmachen muss, bevor ich mich um jenes kümmern kann"! Kennt ihr doch, oder? Je mehr Aufträge in der Warteschlange sind, desto länger muss "Schatz" auf Ergebnisse  warten! Sehr schlecht!

Beim LIFO Prinzip ergibt sich aber die Möglichkeit wenigstens den letzten Auftrag sofort (also ungewohnt schnell!) abzuliefern, was sehr gut ankommt! Die letzten Aufträge, Fliegengitter, Grill, Spielturm, habe ich somit sehr schnell abgeliefert, allerdings rutschten dadurch die Markisen, die Terassenbeleuchtung und der Zaun immer weiter zurück. Natürlich kommt dann die Nachfrage, wann endlich der Zaun kommt? Und das ist der große Moment wo man antworten kann, dass man doch zwischenzeitlich Fliegengitter, Grill und Spielturm sofort gebaut hat! Der Zaun wird kommen wenn die Markisen und Lampen hängen und genau diese werden bald hängen wenn sich nicht wieder ein neuer Auftrag vordrängt. Fies, oder? Jedenfalls nimmt es mir den Stress!

Oh ja, und schon liegen da 2 Pakete mit neuen Teppichstufen um die ich mich natürlich wieder sofort kümmere :-).

Samstag, 4. Mai 2013

Update: Werkstatt-Seite

Auf Anfrage einiger Leser habe ich einen quick & dirty Plan der Werkstatt in die Werkstatt-Seite eingefügt in dem die wichtigsten Maschinen und Schränke schematisch eingezeichnet sind. Dazu ist nicht mehr viel zu sagen und somit ist das hier mein bisher kürzester Post.

Montag, 29. April 2013

Die Tischfräse für den Hobbyschreiner

Die Tischfräse ist ganz klar eine Maschine vor der ich besonders hohen Respekt habe. Daran ändern auch die Normen zur Begrenzung der Spanabnahme nur wenig. Nichts desto trotz freue ich mich jedes Mal wenn sich im Laufe eines Projektes die Gelegenheit bietet diese Maschine einzusetzen.

Auch wenn die Begeisterung der Hobbyschreiner für die Oberfräse und deren Gebrauch im Frästisch nicht abzustreiten ist, finde ich, dass die Tischfräse es verdient, dass man sich näher mit ihr beschäftigt. Grundsätzlich kann eigentlich jeder, der Platz für eine (kleine) Formatkreissäge in die Kellerwerkstatt hat, auch in den Genuss einer Tischfräse kommen. Meistens gibt es nämlich von den bekannten Formatkreissägen für Hobbyanwendung auch jene kombinierten Modelle mit eingebauter Tischfräse. In der Regel ist der Platzbedarf identisch.

Einige mag der Preis für die Fräsköpfe abschrecken. Dies relativiert sich aber, wenn man bedenkt wieviel man schon alleine mit einem Profilmesserkopf abdecken kann: Innenrundungen, Außenrundungen, Zierprofile, Falze, Abplattungen, Konterprofile, Verleimprofile, ... die Liste ist schier unendlich. Ganz Gewiefte können sogar ihre eigenen Profile entwerfen und sich die entsprechenden Profilmesser und passende Abweiser herstellen lassen.


Für einige der genannten Anwendungen gibt es aber "Spezialisten" und dazu gehört ganz sicher der Falzfräser oder Falzkopf. Sein Vorteil gegenüber dem Profilmesserkopf zum Falzen, liegt in den Vorschneiden. Diese schneiden das Werkstück an der Flanke des Falzes vor, bevor die Hauptschneide greift. Somit entstehen sehr saubere Kanten, auch in Hirnholz, also quer zur Faser. Ein Falzfräser kann überdies beachtlich große Falze in einem Durchgang fräsen.

Vergleich: Profilmesserkopf vs Falzfräser
deutlich zu sehen sind die Vorschneiden

Zum Fräsen von Nuten gibt es den Verstellnutfräser, ob zwei- oder dreiteilig. Auch hier sorgen die Vorschneiden für sauberste Ergebnisse. Die Nutbreite wird bestimmt durch die Zusammensetzung des Fräsers. So kann für schmale Nuten z.B. bei einem 3-teiligen Fräser der innere Teil ganz wegbleiben. Die feine Bestimmung der Nutbreite übernehmen Ringe, verschiedener Dicken, die zwischen die Teile des Fräsers eingelegt werden.



Mit den drei genannten Fräsern (Profilmesser-, Falz- und Nutfräser) deckt man einen großen Einsatzbereich in der Hobbywerkstatt ab. Es gibt sicher noch weitere Spezialisten, wie etwa einen Fräsersatz für Fensterprofile oder etwa Fasefräser mit schwenkbaren Messern. Eventuell verfügt die Tischfräse über ein schwenkbares Aggregat welches wiederum den Einsatzbereich der vorhandenen Fräsern erweitern kann. Allerdings deckt man damit im Hobbybereich wahrscheinlich einen verschwindend geringen reellen Bedarf ab. In der Regel ist der Hobbyschreiner mit den drei erstgenannten Fräsern bereits bestens bedient.

Fräser gibt es mit Aluminium- und Stahlkörper. Diskussionen in Foren zu entnehmen, scheinen beide Vor- und Nachteile zu haben die sich wohl die Waage halten. Mir persönlich gefallen die Stahlausführungen besser weil ich finde, dass sie ruhiger laufen. Fräser mit Alukörper haben weniger Masse und belasten eine leistungsschwächere Fräse weniger beim Anlauf und Abbremsen.

Die Rüstzeit der Tischfräse besteht bei kombinierten Säge-, Fräsmaschinen zum größten Teil aus dem Anbringen des Anschlages. Modernen Maschinen liegen Anschläge bei, die den heutigen Sicherheitsstandards genügen und entsprechend viele Verdeck- und Andruckmöglichkeiten bieten, sodass ein Teil des Gefahrenpotentials dieser Maschine entschärft wird.


Eventuell liegt auch noch ein Bogenfräsanschlag bei, mit dem geschweifte Werkstücke mithilfe von Schablonen gefertigt werden können, ähnlich wie mit der Kopierhülse an der Oberfräse. Ergänzend gibt es auch Anlaufringe, die dann funktionieren wie die Kugellager an den (Bündig-)Fräsern für die Oberfräse. Wenn man Profil- und Falzkopf mit gleichem Durchmesser kauft, dann kann man denselben Anlaufring für beide nutzen.

Interessant wäre noch zu erwähnen, dass bei kombinierten Maschinen der Schiebeschlitten genutzt werden kann um Fräsungen an den Stirnseiten von Werkstücken auszuführen, zum Fräsen von Zapfen oder Konterprofilen beispielsweise.

Hier ist noch ein Rechenbeispiel welches den Unterschied in der Schnittgeschwindigkeit zwischen Oberfräse und Tischfräse verdeutlicht bei einer typischen Anwendung, nämlich einer 10mm breiten Nut.

Nutfräser mit Durchmesser 10mm in der Oberfräse bei 24000 U/min
  • ergibt PI x 0.01m x 24000 1/min = 754 m/min = 12.6 m/s
(Verstell-)Nutfräser mit Durchmesser 150mm in der Tischfräse bei 7500 U/min
  • ergibt PI x 0.15m x 7500 1/min = 3534 m/min = 58.9 m/s
Eine vergleichsweise bescheidene Drehzahl der Tischfräse, in Verbindung mit einem großen Fräser, ergibt eine fast vier Mal höhere Schnittgeschwindigkeit und man kann ein dementsprechend saubereres Fräsbild erwarten.

Es sei noch zu erwähnen, dass nur mit einem Prüfzeichen (BG in Deutschland) versehene Fräser zu verwenden sind. "Windmühlen-Fräser",  Sägeblätter oder gar Selbstgebautes haben nichts auf der TIschfräse verloren. Außerdem darf man nur Werkzeuge verwenden die für manuellen Vorschub vorgesehen sind (MAN ist aufgedruckt). Achtung: Die Verwendung eines Vorschubapparates gilt auch  als manueller Vorschub!

Ein umschaltbarer Rechts- Linkslauf der Tischfräse erweitert deren Einsatzbereich, vor Allem von Profilköpfen. Wenn die Maschine nicht von Haus aus für eine Umkehr der Drehrichtung ausgelegt ist, dann soll man auch nicht einfach mal so 2 Phasen verdrehen um die Drehrichtung zu ändern. Ziemlich sicher ist nämlich die Spannschraube an der Frässpindel nicht gesichert und könnte sich lösen.

Im anstehenden Projekt Maniküretisch werde ich Gelegenheit haben die Tischfräse ausgiebig zu gebrauchen. Dabei nutze ich die Gelegenheit um die anfallenden Anwendungen zu dokumentieren und vielleicht kann ich damit dazu beitragen dem Hobbyanwender diese Maschine näher zu bringen.

Dienstag, 23. April 2013

Maniküretisch: Teil 1

Ich wusste nicht, dass es so was überhaupt gibt, bis ich den Auftrag dazu bekam ... von meiner Frau natürlich. Also schnell den allwissenden "Gockel" befragt und herausgefunden, dass es sich dabei um den Arbeitstisch der Nagelpflegerin handelt. Im Grunde ein Schreibtisch-ähnliches Möbel an dem sich die Nagelpflegerin und ihre Klientin gegenüber sitzen währen der Maniküre-Session. Zur Maniküre gehört einiges an Werkzeug und jede Menge Kleinkram, weswegen diese Tische meist auch über viele Schubladen verfügen. Beim Schleifen der Tips entsteht viel Feinstaub der vorteilsweise von einer in den Tisch integrierten Absaugung entsorgt wird. Aus diesen Vorgaben entstand folgender Entwurf:
Arbeitsseite
Kundeseite
Die kommerziell erhältlichen Absaugungen sind lächerlich überteuert und ich verbaue deswegen eine Eigenkonstruktion bestehend aus einem großzügig dimensionierten Lüfter und einem herkömmlichen Faltenfilter. Auch die kommerziell erhältlichen Maniküre-Schleifmaschinen sind total überteuert und ich verbaue wieder eine Eigenbaulösung bestehend aus einem sehr leise laufenden Gleichstrommotor aus einem ausgeschlachteten Backup-Roboter und einer biegsamen Welle von Proxxon. Gutes Licht ist wichtig und wird geliefert von einer anständigen, in alle Richtungen schwenkbaren Bürolampe. Es gibt also einiges Getüftelt an dem Tisch und ich treibe auch die Planung diesmal sehr weit ins Detail weswegen das Projekt sich wahrscheinlich etwas in die Länge ziehen wird.

Hier noch ein Einblick in ein Detail der Planung. Da der Schubkasten-Kontainer in Rahmen und Füllung Bauweise ausgeführt wird und ich aber unbedingt robuste Überauszüge verbauen möchte, bedurfte es viel Überlegung und Anregung aus Foren um eine zufrieden stellende Lösung auszuarbeiten. Im folgenden Bild sieht man, dass die Füllung nur die Hälfte der Dicke der Rahmenteile beansprucht. Die andere Hälfte der Dicke wird benötigt um Leisten zwischen den aufrechten Rahmenteilen einzubauen an die schlussendlich die Auszüge geschraubt werden. Somit sieht man von aussen keine Unterteilung und das Konstruktionsprinzip Rahmen-Füllung wird nicht gestört.
Kontainer: Seite und Rücken ausgeblendet
Ich erhoffe mir von der ausführlichen Planung, dass es später keine größeren Probleme mehr geben wird.