Montag, 19. Januar 2015

Schwalbenschwanzzinken von Hand: Prolog

Es hat alles keinen Zweck! Das Meisterstück muss handgezinkte Verbindungen enthalten und lamentieren bringt gar nichts, also ran an die Werkbank und üben.

Die letzten Jahre habe ich mir dutzende Videos zu diesem Thema angeschaut und es war keine Methode dabei die mich vollends überzeugt hat. Über die Zeit ist aber meine Methode im Hinterkopf gereift und dieses Video von Rob Cosman lieferte das letzte Teil des Puzzles.

Klar gibt es da draussen Leute die die Kaffeetasse nicht einmal abstellen müssen um perfekte Schwalbenschwanzzinken hinzubekommen aber wieviel Übung steckt wohl dahinter und sind die Verbindungen wirklich so perfekt? Mit jedem Video was mir angeschaut habe hat sich mein Blick geschärft und ich wurde doch etwas skeptisch ob alles Gezeigte immer so authentisch war. Ist euch schon aufgefallen, dass es am Ende der Videos kaum Großeinstellungen gibt? Warum wohl ist das Schwalbenbrett oft nur halb so dick wie das Zinkenbrett? Gerne wird auch weiches Holz genommen, entweder für beide Bretter oder aber zumindest für das Schwalbenbrett!

Keinesfalls möchte ich das Können der Leute die solche Anleitungsvideos mit "perfektem" Resultat veröffentlichen in Frage stellen, aber die Perfektion stellt sich nicht von alleine ein sondern erst nach sehr viel Übung. Der Anfänger der aber im Unglück zu 20mm dicken Eichenresten greift für seinen ersten Versuch wird aber mit größter Wahrscheinlichkeit kläglich versagen!

Ich möchte in dieser Serie, total ungewohnt übrigens komplett ohne Maschinen (!), die Herstellung von Schwalbenschwanzzinken in allen möglichen Details belichten und eine Methode aufbauen die es dem motivierten Anfänger ermöglicht diese "sagenumwobene" Verbindung sicher und wiederholgenau präzise herzustellen!

Fangen wir an mit dem Resultat! Eure erste Schwalbenschwanzzinkung könnte so aussehen:


Zu schön um wahr zu sein? Es kann klappen, vorausgesetzt die Vorarbeit ist gemacht. Absolut notwendig ist gutes, scharfes Werkzeug: Ein Satz Stecheisen und ein Klüpfel, eine (Zinken)Säge, ein Bleistift sowie ein Streichmaß mit Rollenmesser (!). Genauso notwendig ist der geübte Umgang mit diesem Werkzeug! Wie, was soll das denn jetzt heissen? Die Säge ist mit am wichtigsten, denn nur wer absolut gerade sägt wird auch die Zinken hinbekommen und ja, ich bevorzuge die klassische Säge gegenüber der japanischen Säge, dazu aber mehr im nächsten Teil.


Wie bereits anfangs angedeutet ist (fast) nichts an dieser Methode auf "meinem Mist gewachsen" sondern es sind die, meines Erachtens nach, besten "Praktiken" die ich zusammenwürfle und praxisgerecht verpacke. Falls doch jemand entdeckt, dass vermeintlich von mir beigesteuerte "Zutaten" doch schon längst bekannt waren, würde ich mich freuen auf entsprechende Hinweise.

Noch was in eigener Sache

Es wäre müssig zu wiederholen, dass ich viel um die Ohren habe. Meine regelmässigen Leser wissen was ich meine. Es gefällt mir natürlich genauso wenig wie euch, dass ich momentan nicht mehr neue Inhalte bieten kann auf dieser Seite. Ich hoffe aber, dass ihr Spass haben werdet an dieser, für meine Verhältnisse, etwas untypischen Serie teilzunehmen und ich freue mich auf euer Feedback.

Bis bald, zum ersten Teil "die Säge" ...

Mittwoch, 22. Oktober 2014

Werkstattmöbel: Einfache Konstruktion

In Foren stolpert man häufig über Fragen zum Bau von einfachen Werkstattmöbeln. Zweckmäßig, stabil und preiswert herzustellen sollen diese Möbel sein. Ich hab nun schon einige solche Möbel für mich und im frühen Sommer auch eins für einen Bekannten gebaut. Es sollte ein gemeinschaftlicher Bau werden, aber es war sehr schwierig unsere Freizeit zu synchronisieren. Beim Zusammen- und Aufbau waren wir aber beide im Einsatz.

Die Konstruktion ist komplett aus Pappelsperrholz. Die Schrankseiten und Traversen jeweils in 18mm genau wie die Schubkästenseiten. Nur die Schubkästenböden sind aus 10mm Pappelsperrholz und die Tischplatten aus 19mm MDF. Es kommen wieder einmal Rollenüberauszüge zum Einsatz.


Hier noch zur Veranschaulichung eine Explosions-Zeichnung eines Schrankelementes:


Alle Teile sind verschraubt mit Pocketholes und Lamellos zur einfacheren Ausrichtung. Die Schubkästenteile sind zusätzlich verleimt.

Im folgenden Video sind die Arbeitsschritte aufgezeigt. Die Konstruktion ist einfach, leicht, preiswert (Materialwert komplett etwa 600€) und doch ausreichend stabil.


Sonntag, 5. Oktober 2014

Werkstatt Vorstellung - "Holzwerken" Artikel

Die Zeitschrift "Holzwerken" hat mich im Frühjahr gefragt ob ich Lust hätte den ein oder anderen Artikel zu schreiben. Schnell waren wir uns einig über das erste Thema, das, wie könnte es anders sein, sich um meine Werkstatt dreht. Ich habe wohl bis jetzt hier im Blog viele Umbauten und Verbesserungen dokumentiert, aber es gab nie einen Post der das Gesamtkonzept umreisst. Das konnte ich jetzt nachholen und in der Holzwerken Nr 49 erscheint der entsprechende Artikel. Zu diesem Artikel gibt es auch ein Begleitvideo das auf der "Holzwerken" Seite oder im "Holzwerken" Youtube Kanal bereits zu sehen ist: